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Epidemien
Epidemien im Kriege
Daß Epidemien in allen Kriegen ein riesiges Problem darstellen, wird im allgemeinen wenig beachtet. Zyniker meinen, das läge daran, daß es Medaillen nur für im Kampf gefallene, nicht für Typhusopfer gibt. Noch im amerikanischen Bürgerkrieg starben etwa doppelt so viele Soldaten an Krankheiten (meist Typhus) wie durch Waffeneinwirkung und der Krieg 1870/71 war der erste in der Geschichte überhaupt, der weniger Epidemieopfer als Kampfopfer forderte [Berg-T].
Flecktyphus: Dauerproblem im Osten
"... Nach Tarrassewitsch waren 1918-21 in Rußland 25-30 Mill. Menschen, das wären 20-23 % der Bevölkerung, an Flecktyphus erkrankt.«
In Deutschland so gut wie ausgestorben, war Typhus vor allem ein Problem des Ostens. In den besetzten sowjetischen Territorien waren im Sommer 1941 einhundertfünfzigtausend Typhusfälle aufgetreten [PrF].
Die deutsche Armee hatte hinter der Ostfront einen sanitären Gürtel eingerichtet, um das Problem halbwegs einzudämmen.
Flecktyphus in Auschwitz
Typhus wurde in Auschwitz Anfang Juli 1942 entdeckt. Unklar ist, woher es kam, vermutet wurde, daß es durch Zivilarbeiter von außen eingeschleppt wurde. Der Höhepunkt der (ersten) Epidemie soll laut Pressac Mitte September mit 375 Toten pro Tag gelegen haben [Prs-Cre].
In allen Lagern wurden daher drastische Maßnahmen zur Entwesung getroffen, in denen Haare scheren, Duschen und Kleiderentlausung eine herausragende Rolle spielten. Daß heute Berge von Haaren, Duschräume und Entlausungskammern als Beweise der Massenvernichtung präsentiert werden, gehört zur makaberen Ironie der 'Holocaust'-Legende. Wie Crowell ausführlich darstellt, hat die Ablehnung der für die Betroffenen meist ungewohnten Verfahren teils tiefere kulturelle Hintergünde [Cro-Gas].
Moderste Technik zur Lebensrettung der Häftlinge
Die SS scheute keine Mittel, Auschwitz typhusfrei zu halten. Es gab allein über 20 mit ⇒Zyklon-B betriebene Kammern. Im 'Todeslager' Birkenau (wo zeitweise Zigeuner untergebracht waren) gab es eine 'Zentral-Sauna'. Dabei
"handelte es sich um eine leistungsstarke Sanitäranlage, in die vier Heißluft-Entwesungskammern (Dok. 23), drei industrielle Autoklaven (Dok. 24), ein Haarschneideraum, ein Untersuchungsraum und fünfzig Brausen eingebaut werden sollten. Mit diesem Komplex wollte die SS "endgültig" jegliche Fleckfiebergefahr aus Birkenau verbannen. Die Häftlinge sollten dort rasiert, untersucht, desinfiziert und geduscht werden, während in der Zwischenzeit ihre Sachen entwest wurden. Unglücklicherweise war diese Anlage erst Anfang Januar 1944 funktionstüchtig"
[Prs-Cre] S. 89
Pressac verdanken wir die folgende Entdeckung:
Mitten im Kriege, trotz Geld- und Materialknappheit, beschloß die SS, das Lager Auschwitz mit der weltweit »... neuesten Entlausungstechnik, die in Deutschland entwickelt worden war, auszustatten. Es handelte sich um eine stationäre Kurzwellen-Entlausungsanlage (Dezimeterwellen und Zentimeterwellen)« [Prs-Cre]
Entlausung bis in die Leichenhallen ?
Obwohl die Zyanidrückstände in den Krematorien sehr gering sind, ist nicht auszuschließen, daß auch diese gelegentlich - wie alle Baracken - mit ⇒Zyklon-B behandelt wurden. Irgendwelche Bezugnahme auf Entlausungsmaßnahmen in den Leichenkellern ist daher nicht, wie Pressac meint, verdächtig, weil dort nur mit "Chlorwasser oder Kresol" zu arbeiten sei [PrT].

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letzte Aktualisierung: 03-Jun-09 (11:14)